Erbstreit im Hause Thyssen – Ist Madrids Museumsdreieck in Gefahr?
16. Dezember 2009 | Von susanne | Kategorie: News
Ist das berühmte Madrider Museumsdreieck in Gefahr? Carmen Thyssen, die berühmte spanische Kunstsammlerin und Witwe des Barons Thyssen, denkt derzeit offenbar Verhandlungen mit der spanischen Regierung an, was mit dem Museum Thyssen-Bornemisza geschehen soll.
1992 wurde ein Großteil des Kunstbesitzes an den spanischen Staat verkauft. Das Museum ist eines der drei wichtigsten Museen in Madrid, die das so genannte Museumsdreieck ausmachen: der Prado, das Reina Sofia-Museum und das Thyssen-Museum. Im Rahmen der nicht enden wollenden Erbstreitigkeiten zwischen Carmen und ihrem Sohn Borja, der ihrer Meinung nach „schlechten Umgang“ hat und mindestens zwei Werke aus dem Museum noch erhalten soll, fragt sich ganz Spanien mittlerweile – Wem gehört das Thyssen-Erbe eigentlich? Wie steht es um die Zukunft der bedeutenden Kunstsammlung?
„Der Sohn ist nur auf das Geld aus, Carmen will ihre Kunstsammlung retten“. In der Tat sind die Summen, um die es in diesem Familientwist geht, recht schwindelerregend. Man spricht von über 300 Millionen Euro, wobei Fachblätter wie das spanische „Cinco Días“ gar von 800 Millionen Euro reden. Allein Paul Gaugins „Früher“, eines der Bilder, die Borja Thyssen zustehen, soll bis zu 100 Millionen Euro bringen. Dessen Rechtsanwälte haben Borja jetzt auf eine ganz neue Idee gebracht. Ihm solle eigentlich viel mehr an Erbe zustehen, als bisher von Carmen behauptet wird. Immerhin ist er von Heinrich Thyssen, Carmens drittem Ehemann, einst adoptiert worden und darf seither dessen Namen tragen. Das könnte darauf hinauslaufen, dass die bisherige Kunstsammlung, wie sie bis heute in Madrid zu sehen ist, auseinanderfällt. Vorher bleibt es aber weiterhin spannend, wie es nach der Anzeige, die Carmen gegen ihren Sohn Borja kürzlich erstattet hat, weitergehen wird.
Unsere Bildergalerie zeigt einige der berühmtesten Werke, die man im Thyssen-Museum bewundern kann:










